Eine unerhörte Zumutung
veröffentlicht in Sonntagsblog
Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dieser Welt. Titus 2,11-12
Gottes Gnade ist wahrscheinlich im Mund vieler Menschen so was wie die Liebe Gottes. Es hat was Nettes, Angenehmes.
Aber das verliert es, wenn wir diesen Vers etwas genauer anschauen. Die heilbringende Gnade ist nicht ein Was, sondern ein Wer.
Diese Gnade hat einen Namen. Und es gibt dafür auch nicht viele unterschiedliche Namen, sondern nur einen einzigen.
»Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden müssen.«
Apg. 4,12
In Vers 10 Macht Petrus klar wer dieser Name ist. Jesus der Christus, der Messias, der Retter. Er ist die fleisch- und sichtbar gewordene Gnade Gottes. In ihm wollte Gott jeden Menschen begnadigen, der dieses Geschenk annimmt.
Aber diese Gnade ist nicht folgenlos.
Sie führt uns in einen Erziehungsprozess, in dem wir wie Paulus es sagt: „die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen“ lernen.
In der Regel geht das nicht über Nacht, sondern dauert ein Leben lang an. Aber Veränderung ist möglich und nötig. Denn diese Dinge sind diametral dem Willen Gottes entgegengesetzt. Gottlosigkeit, Rebellion gegen Gott und Gier waren die Triebfedern der ersten Sünde.
Wenn wir also wirklich die Gnade Gottes empfangen haben und begriffen haben, was sie für uns bedeutet, dann werden wir alle Formen von Gottlosigkeit und Gier ablegen.
Wir werden lernen im Vertrauen auf Jesus zu leben, ihn in alle unsere Lebensentscheidungen und Handlungen einzubeziehen und ihm alle unsere Bedürfnisse anzuvertrauen. Wer das tut, wird erleben, dass er einen HERRN und Erlöser hat, der sich besser um ihn kümmert, als er selbst es je könnte.
Der schon genannte Erziehungsprozess ist für viele von uns nicht immer angenehm. Wo bleibt meine freie Entscheidung? Wie kann Gott das von mir verlangen? Ich hab da keinen Bock drauf!
Und ja so können wir denken. Aber er hat uns nicht alleine gelassen. Sein Heiliger Geist ist ein geduldiger aber auch unnachgiebiger Lehrmeister. Denn was sich Gott einmal vorgenommen hat, das führt er auch aus.
Wir können ihm davon laufen, abtauchen, uns sperren oder einfach hängen lassen. Gott hat einen langen Atem, das zeigt er im Alten Testament beim Volk Israel. So schnell gibt er nicht auf.
Und das tut er auch bei mir und bei dir nicht!
Wir sollen „besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben“ lernen.
Was gäben wir darum, wenn heute die Welt von besonnenen, gerechten und gottesfürchtigen Menschen regiert würde, statt von kopflosen Hysterikern, die sich krampfhaft an ihrem Sessel festhalten.
Wie wäre es, wenn die Welt mehr von uns hätte, von uns die gelernt haben und immer noch lernbereit sind „besonnen und gerecht und gottesfürchtig zu leben“.
Was wäre, wenn es mehr Menschen gäbe, die nicht für sich, sondern für Gott, sein Reich, seine Maßstäbe, seine Ordnungen und seine Ziele leben würden?
Menschen, die so gerecht sind, dass sie tatsächlich unparteiisch sind, und nicht auf einem Auge blind, das Gute böse und das Böse gut nennen. Die tatsächlich das, was sie sagen auch meinen, und das, was sie meinen, auch tun?
Was gäben wir darum, wenn wir uns auf ein gegebenes Wort verlassen könnten, wenn man nicht immer damit rechnen müsste, dass man nur betrogen wird.
Wenn uns das beschäftigt und ein Anliegen ist, dann lasst uns dafür beten, an uns selbst arbeiten, und andere für die heilbringende Gnade, die das bewerkstelligen kann, werben und zu ihm, Jesus, der Inkarnation dieser Gnade, einladen.