"Gott unter uns"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Ein Teil der Thesen Luthers beschäftigte sich mit der Frage nach dem Schatz der Kirche. Was ist das Kostbarste, das die Kirche, die Gemeinde Jesu hat.

 

 

Diese Frage wurde und wird bis heute unterschiedlich beantwortet. „Der Schatz der Kirche ist ... der Ablass, …die Sakramente, … die Armen, ...die Laien und Ehrenamtlichen.“ Allerdings finden wir in der Bibel nirgends eine solche Aussage.

 

Über Schatz oder Schätze spricht Jesus, als Er sagt, dass wir unser Herz nicht an Vergängliches hängen sollen, sondern Schätze im Himmel sammeln sollen.

 

Im Gleichnis vom Schatz im Acker macht Er letztlich deutlich, dass Er alles aufgegeben, hingegeben hat um den Acker, diese Welt, zu kaufen, um aus dem Dreck dieser Welt den Schatz, Seine Gemeinde, herauszuholen.

 

Und wozu das Ganze?

 

Der wirkliche Schatz

 

Die Antwort ist im Spruch für diesen Monat. Der steht in Hesekiel 37,27 „Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“

 

In Hesekiel 11 verlässt die Herrlichkeit des Herrn den Tempel und die Stadt Jerusalem.

 

Das, was Gottes Absicht gewesen war und noch immer ist, war nicht mehr.

 

Gott hatte buchstäblich den Ort, an dem Er Seinem Volk nahe sein wollte, verlassen. Er wohnte nicht mehr unter ihnen.

 

26 Kapitel später kommt die Ankündigung, dass Er wieder unter Seinem Volk wohnen will.

 

Was das Volk nicht wusste, war die Art und Weise, wie Gott das wahr machen würde.

 

Es wäre nicht mehr eine Wolke über der Bundeslade. Es wäre die Herrlichkeit in der Gestalt eines Babys und in Gestalt des später erwachsenen

 

Mannes. Er würde leibhaftig unter Seinem Volk wohnen.

 

Nur - ein Gutteil Seines Volkes Israel würde Ihn weder erkennen, noch anerkennen, noch aufnehmen. Und das hat sich bis heute nicht wesentlich geändert.

 

Johannes berichtet in seinem Evangelium in Kap. 1:14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“

 

Im Alten Testament konnte man Gott weder sehen, noch sich ihm nahen. Als die Herrlichkeit Gottes in den Tempel Salomos einzog konnte niemand in den Tempel.

 

Gott zum „anfassen“

 

Aber Johannes sagt: „Wir sahen seine Herrlichkeit und wir haben von ihm genommen Gnade um Gnade.“ Das macht etwas von der Nahbarkeit Gottes in Jesus deutlich.

 

 

Wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater.“

 

 

Wenn man die Frage stellt, was das Kostbarste ist, was die Gemeinde hat, dann ist das mit Sicherheit die Gegenwart Gottes.

 

Was gibt es kostbareres, als dass der unendliche, allmächtige, allgegenwärtige, allwissende, heilige, gerechte und doch so barmherzige Gott sagt: Ich will unter ihnen wohnen?

 

Nun, Jesus verließ die Erde und wird bis zum Ende der Zeit nicht wieder kommen.

 

Wie will Er dann unter uns sein?

 

Durch den heiligen Geist, der ebenso Gott ist wie Jesus und der Vater.

 

2000 Jahre danach

 

So wie in Jesus die Fülle Gottes leibhaftig unter den Menschen war, ist durch den Heiligen Geist diese Fülle wiederum unter uns.

 

Die kommende Adventszeit richtet unseren Blick auf die Menschwerdung Jesu. Dabei kann man sich irgendwie leicht von der „Weihnachtserwartung“ anstecken lassen.

 

Dabei ist Jesus schon seit 2000 Jahren durch den heiligen Geist beständig unter uns.

 

Ihm Raum zu geben, Ihn unter uns wirken und handeln zu lassen ist das, was an uns ist! Alles andere will Er tun.

 

Mancher wünscht sich, dass er Jesus mehr erlebt, mehr Erfahrungen mit Ihm macht, Ihm intensiver begegnet auch in unseren Gottesdiensten.

 

 

Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern laßt euch vom Geist erfüllen..“

 

Eph. 5:18

 

 

Und genau das ist mein größter Wunsch, dass wer in die Regio-Gemeinde Weil kommt genau das erlebt. Denn was ist unsere Daseinsberechtigung, wenn wir nicht das Haus Gottes sind, gebaut aus lebendigen Steinen, in dem der Heilige Geist wohnt, in dem Er Jesu Herrlichkeit zum Erstrahlen bringen kann, in dem Er die Versöhnung, Erlösung und Heilung Jesu erfahrbar machen kann.

 

Sei hungrig und erlebe Gott!

 

Gott lädt dich ein, Teil Seines Volkes zu sein, als Teil Seines Volkes aktiv Seine Gegenwart zu suchen, in Seiner Gegenwart zu leben, mit Seiner Gegenwart zu rechnen und dich von Seiner Gegenwart überraschen zu lassen.

 

Der November hat keine besonderen Programpunkte, erlaubt also das ganz normale Gemeindeleben von Gottesdienst, Kleingruppen, Lehrabenden, von Mosiak, Pusteblume, Sprachcafè, gemeinsamem Mittagessen, Leiter-/Mitarbeitertreffen. Gott will bei allem, was wir tun, gegenwärtig sein, will in allem was wir erleben Seine Herrlichkeit zeigen.

 

Lasst uns mit ihm rechnen und ihm Raum und Herrschaft geben. Lasst uns in die Gemeinschaft kommen mit der Erwartung, dass Er in besonderem Mass da ist und lasst uns andere zu dieser Erfahrunge einladen.

 

Eure Eugen, Jürgen, Roger